Wochenimpulse

7. Sonntag der Osterzeit (Ev.: Johannes 17, 1-11a)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

„Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Dieses Versprechen gibt der vom Tod auferstandene Jesus Christus den Jüngern auf einem Berg bevor er zu Gott, seinem Vater, in den Himmel auffährt. Vierzig Tage durften seine Freundinnen und Freunde immer wieder Gemeinschaft mit ihm erleben. Nun ist er ihren Blicken entzogen. Was nun? Ist die Sache Jesu in dieser Welt zu Ende? Aus und vorbei?

Die Lesungstexte des heutigen siebten Sonntags der Osterzeit geben uns eine Antwort auf diese existenzielle Frage. Die Jünger erinnern sich an das Geschehen des Gründonnerstages. Bei seinem letzten Abendmahl mit ihnen betet Jesus für sie, dass der Vater ihnen das ewige Leben schenkt. (Johannes 17, 1-11a) Dass Gott die Macht hat über Leben und Tod, das haben sie in den Begegnungen mit dem auferstandenen Herrn erlebt: Jesus, der am Kreuz gestorben ist, wurde von Gott zu neuem Leben erweckt. Sie haben ihn als den Lebendigen erlebt. Sie haben mit ihm gegessen. Er hat sie immer tiefer in das Verständnis der Heiligen Schrift eingeführt. Nach seiner Himmelfahrt bleiben die Jünger zusammen. Sie versammeln sich in dem Obergemach, in dem das Abendmahl stattgefunden hat. Zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern verharren sie dort einmütig im Gebet. In dieser Gemeinschaft fühlen sie sich nicht mehr von Gott verlasen. Sie spüren, dass sie im Gedenken an Jesus miteinander und mit ihm verbunden sind und es immer bleiben werden. (Apostelgeschichte 1, 12-14)

Die im Gebet versammelten Jünger*innen können uns in der Zeit der Corona-Pandemie ein Vorbild im Vertrauen auf Jesu Verheißung des ewigen Lebens sein. Wie dem Pfingstgeschehen damals eine intensive Vorbereitung im Gebet vorausgegangen ist, so kann es auch in unserer Kirche heute nur dann ein neues Pfingsten geben, wenn es im Gebet intensiv mitgetragen wird. Damit wird sichtbar, dass das Gebet ein wesentlicher Ausdruck unseres Glaubens ist. Auch wenn es im Moment noch nicht möglich ist uns in großer Zahl in einem Kirchengebäude zu treffen, ist die Kirche nirgendwo so in ihrem Element wie dort, wo gebetet wird. Als Kirche sind wir in erster Linie eine Gebetsgemeinschaft, weil es im Gebet um nichts weniger geht als die „Abstimmung zwischen menschlichem und göttlichem Wollen“, wie Kardinal Carlo Martini sagte.

Ich lade Sie ein in dieser Zeit vor Pfingsten um das Geschenk des Heiligen Geistes zu beten, ob allein oder in der Hausgemeinschaft, ob über Telefon verabredet oder mittels einer Videokonferenz oder doch kurz in einer unserer Kirchen.

Ihnen und allen, mit denen Sie im Gebet verbunden sind, wünsche ich Gottes Segen zum Abschluss der österlichen Zeit!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

6. Sonntag der Osterzeit (Ev.: Johannes 14, 15-21)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

„Wann geht die Kirche endlich wieder los?“ Diese Frage hört man umso öfter je länger die Corona-Krise anhält. Hat die Kirche etwa aufgehört zu existieren? Eigentlich wird mit diesem geäußerten Wunsch die Sehnsucht nach einem gemeinschaftlich gefeierten Gottesdienst zum Ausdruck gebracht. Ein sicher wichtiger Aspekt von Kirche. Aber Kirche ist viel mehr als die Feier der Sonntagsmesse.

Im heutigen Evangelium des sechsten Sonntags der Osterzeit (Johannes 14, 15-21) versucht Jesus das seinen Jüngerinnen und Jüngern verständlich zu machen. Er spricht davon, dass er sie nicht mutterseelenallein zurücklässt. Er bittet seinen Vater im Himmel, dass er ihnen den Geist der Wahrheit als Beistand gibt, der immer bei ihnen bleiben wird. Diesen Geist haben seine Jüngerinnen und Jünger nach der Himmelfahrt Jesu zu Pfingsten empfangen.

Dieser Geist Gottes, der Heilige Geist, ist auch uns in der Taufe und Firmung von Gott geschenkt worden: dieser Geist, der uns zu Kindern Gottes macht, zur Kirche Jesu Christi hier und heute in dieser Welt. Kirche ist also überall dort, wo der Geist des Vaters und der Geist des Sohnes uns Menschen dazu befähigt, aus diesem Geist heraus zu leben. Kirche ist dort, wo wir als „Geistliche“ Zeugnis geben für die ursprüngliche Botschaft dieses Jesus von Nazareth, für seine Zuwendung zu all den Bedrängten und Beladenen, für seine Menschenfreundlichkeit.

Also ist auch Nächstenliebe eine Form von Gottesdienst…und leichter zu praktizieren als einen Gottesdienst unter den Sicherheitsauflagen in Zeiten der Corona-Pandemie zu organisieren.

Um Kirche auch wieder in der Feier eines Gottesdienstes erfahrbar zu machen, wird am 24. Mai um 10 Uhr auf der Wiese hinter der Kirche St. Josef in Neu Wulmstorf ein Open-Air-Gottesdienst gefeiert werden, zu dem Sie sich bitte vorher anmelden müssen, damit wir ihre Kontaktdaten für einen eventuellen Notfall den zuständigen Behörden zukommen lassen können.

Nach dem 24. Mai wird es auch wieder den einzelnen Gebetsgruppen, nach einer Einweisung und Verpflichtung der Verantwortlichen auf die Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen, möglich sein sich zu Andachten in den Kirchen zu treffen. In Neu Wulmstorf dürfen sich höchstens 15, in Harsefeld 25 und in Buxtehude 45 Betende auf den markierten Plätzen in der jeweiligen Kirche zum Gottesdienst versammeln.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich vorerst keine heilige Messe feiern werde, da ich selbst der einen oder anderen Risikogruppe angehöre.

Ihnen und allen, die Ihnen besonders am Herzen liegen, wünsche ich weiterhin eine gesegnete Osterzeit!
Ihr Pfarrer J. Pawellek

5. Sonntag der Osterzeit (Ev.: Johannes 14, 1-12)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Thomas fragt im heutigen Evangelium des fünften Sonntags der Osterzeit (Johannes 14, 1-12) Jesus nach dem Weg. Und vielleicht stellen auch wir in unserer durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit Jesus die gleiche Frage: Wo geht es lang? Wie kommen wir aus der Krise heraus? Wohin führt uns der Weg? Kennst du den richtigen Weg? Und die Antwort Jesu wird heute nicht anders ausfallen als damals: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Und er nennt auch das Ziel: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Vielleicht erschrecken wir über die Antwort Jesu. Meint er es tatsächlich so todernst? Sollen wir an unser Lebensende denken, an unseren Tod? Oder soll dieses Bild vom Vater, in dessen Haus viele Wohnungen sind, uns trösten? Jesus verspricht, dass er uns vorangeht und eine Wohnung für uns vorbereitet. Mit dieser Aussicht vor Augen kann Philippus ihn bitten: „Zeig uns den Vater: das genügt uns.“ Wie schön wäre es doch, wenn wir Gewissheit hätten, dass der Gott, den Jesus gepredigt hat, tatsächlich existiert. Dass er der Alleinige ist, der Macht hat über Leben und Tod. Dass er uns auf immer bei sich haben will, ein dauerhaftes Zuhause anbietet. Dass er wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn auf uns zuläuft, seine Arme ausbreitet und uns bei sich willkommen heißt. Jesus bietet seinen Jüngern und allen Menschen dieses Gottesbild an: “Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Gott ist in Jesus ein Mensch geworden um uns seine Barmherzigkeit zu zeigen. Gott will uns nicht richten, sondern aufrichten. Er ist ein Feind aller Krankheiten und Leiden und ein Freund der Kranken und Leidenden. Bei ihm dürfen wir auf ewig das Leben in Fülle genießen.

Noch sind wir auf dem Weg. Noch müssen wir mit der Unsicherheit des Corona-Virus leben. Noch sind wir nicht am Ziel. Jetzt können wir bei Jesus ausruhen, ihm nahe sein im Gebet: zu Hause oder in der Familie.

Auch wenn wir uns nach öffentlichen Gottesdiensten in der Kirche sehnen, brauchen wir weiterhin Geduld. Zuallererst müssen wir aufeinander Rücksicht nehmen, damit das Virus durch vorschnelle Lösungen nicht weiter verbreitet wird. Auch unser Bischof Heiner sehnt sich nach der Öffnung unserer Kirchen für Gemeindegottesdienste. Trotzdem bittet er uns nicht zu schnell wieder zur gewohnten Gottesdienstordnung zurückzukehren. Frühestens ab dem 17. Mai dieses Jahres werden in unserem Bistum kurze Wort-Gottes-Feiern und Andachten stattfinden dürfen. Zuvor müssen wir im Liturgiekreis alle vom Land Niedersachsen vorgegebenen notwendigen Vorsichtsmaßnahmen auf unsere Gemeinde und unsere Kirchgebäude anpassen.

Die österliche Zeit ist eine Zeit der Erwartung. Bitten wir den Herrn um die Gabe seines Heiligen Geistes, der uns lehrt, dass er auch heute in seiner Kirche anwesend ist und an unserer Seite uns auf dem Weg zum Vater begleitet.

Ich wünsche Ihnen und allen, an die Sie jetzt besonders denken, weiterhin eine gesegnete Osterzeit! Ihr Pfarrer J. Pawellek

 

4. Sonntag der Osterzeit (Ev.:Johannes 10, 1-10)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Wer zeigt uns den richtigen Weg aus der Corona-Pandemie heraus? Durch welche „Tür“ müssen wir gehen, um wieder ein „lebenswertes Leben“ führen zu können? Diese Fragen bewegen uns alle und es gibt viele unterschiedliche Lösungsangebote aus der Medizin, Wirtschaft und Politik wie wir zu einer „neuen Normalität“ zurückfinden. Sollen wir auf diese Stimmen hören? Kann es denn wieder so werden wie früher? Besser: Soll es tatsächlich wieder so werden wie früher? Diese Fragen stellen wir uns persönlich und gesellschaftlich. Diesen Fragen stellen wir uns auch im Bistum und im Pfarreileitungsteam.
Welche Gestalt wird die Kirche in Zukunft annehmen? Wie werden wir unseren Glauben leben und bezeugen? Seit dem letzten Advent sind schon viele Menschen auf dem Synodalen Weg unterwegs um über unsere Kirche nachzudenken und sie wieder neu nach dem Evangelium Jesu Christi auszurichten.
Jesus selbst lädt uns im Evangelium des heutigen vierten Sonntags der Osterzeit (Johannes 10, 1-10) ein auf seine Stimme zu hören: Auf ihn, der uns einzeln beim Namen ruft! Jesus allein zeigt uns den richtigen Weg! Durch seine Tür dürfen wir getrost treten! Er sagt von sich „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden!“ Er kennt uns und liebt uns. Er verspricht einem jeden von uns: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Die meisten von uns sehnen sich nach dieser „Fülle des Lebens“ und finden sie in der Feier der Eucharistie und dem Empfang der heiligen Kommunion. Ich auch! Aber können wir die Heilige Messe im Moment so feiern, damit sie tatsächlich als ein Fest des Glaubens erlebbar wird? Geht das wirklich unter den Bedingungen, wie es in manchem Schutzkonzept zu lesen ist: mit zwei Meter Abstand, mit Mundschutz, mit ständiger Händedesinfektion? Kann die heilige Kommunion würdig empfangen werden, wenn sie mit einer Zange gereicht wird? Wer darf überhaupt kommen? Wen wählen wir aus und wie dokumentieren wir die dann Versammelten? Die Alten und die Kranken hätten natürlich als Erste ein Recht auf Teilnahme. Aber sie gehören alle zu den Risikogruppen, deren Gesundheit wir besonders schützen müssen. Das ist im Moment unsere erste Christenplicht!

Unter diesen Umständen müssen wir auf die Feier der heiligen Messe in einer gut gefüllten Kirche mit Orgel und lautem Gesang verzichten. Trotzdem können wir die „Fülle des Lebens“, die Jesus uns anbietet, in dieser Zeit von Corona auch an anderen Orten entdecken: im Lesen der Bibel und in Taten der Nächstenliebe.

Ich wünsche Ihnen und allen, an die Sie jetzt besonders denken, weiterhin eine gesegnete Osterzeit! Ihr Pfarrer J. Pawellek

 

3. Sonntag der Osterzeit (Ev.: Joh 21, 1-14)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Der Alltag hat uns wieder: das ist die Stimmung des Evangeliums des Dritten Sonntags der Osterzeit (Johannes 21, 1-14). Nach Jesu Tod gehen die Jünger enttäuscht wieder ihrem erlernten Beruf nach: sie gehen fischen. Nachts fahren sie, wie sie es gelernt haben, auf den See hinaus und hoffen auf einen reichen Fang. Aber es klappt nicht. Sie fangen nichts. Die Netze bleiben leer. Am Morgen sind sie müde und erschöpft. Mit leeren Händen werden sie nach Hause gehen. Ihre Familien werden hungern müssen. Als sie an Land gehen wollen, steht am Ufer ein Mann, der sie fragt: „Habt ihr keinen Fisch zu essen?“ Er ermutigt sie es noch einmal zu versuchen, anders als sie es in ihrer Routine gewohnt sind. Und sie kehren mit übervoll mit Fischen gefüllten Netzen zurück. Da dämmert es dem Lieblingsjünger Jesu: „Es ist der Herr!“ und auch Petrus erkennt in dem fremden Mann den Auferstandenen. Inzwischen hat dieser ein Kohlenfeuer angezündet und darauf Fisch und Brot gelegt. „Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt“ sagt Jesus und lädt sie zum gemeinsamen Mahl ein: „Kommt her und esst!“ Da erkennen sie ihn endlich. Die Jünger wissen nun, dass es der Herr ist, obwohl keiner ihn gefragt hat: „Wer bist du?“ Mitten im Alltag erleben die Jünger ein Fest der Auferstehung.

Gerade in unserem Alltag, in der gefühlt nicht enden wollenden Zeit der Corona-Pandemie, können wir auch ähnliche Situationen erleben wie die Jünger damals: Ich bin nicht allein. Ich bin nicht verlassen, weil andere Menschen an mich denken, sich um mich kümmern, weil Gott an meiner Seite ist. Vielleicht kommt Ihnen in diesen Momenten ein Lied in den Sinn, das wir gern in der Osterzeit singen: „Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung. Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.“ So wünsche ich Ihnen und allen, an die Sie besonders denken, weiterhin eine gesegnete Osterzeit!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

Zweiter Sonntag der Osterzeit (Ev.: Johannes 20, 19-31)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Das Evangelium des Zweiten Sonntags der Osterzeit (Johannes 20, 19-31) ist die Grundlage unseres Sonntagsgottesdienstes: Am „ersten Tag der Woche“ kommen die Jüngerinnen und Jünger Jesu zusammen. Sie befolgen den Auftrag, den Jesus ihnen im Abendmahlssaal erteilt hat „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ und erleben miteinander und dem auferstandenen Herrn Gemeinschaft: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“.

Bereits am Sonntagabend nach dem Tod Jesu am Karfreitag kommen seine Freundinnen und Freunde zusammen. Sie haben Angst, dass sie das gleiche Schicksal ereilen könnte wie Jesus und verschließen deshalb die Türen. In dieser vertrauten Atmosphäre erfahren sie die Gegenwart des vom Tod erstandenen Herrn. Plötzlich ist er da und wünscht ihnen seinen Frieden. Er sendet sie aus, dass sie allen Menschen die Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod verkünden. Er haucht seinen lebendigen, heiligen Geist in sie und beauftragt sie den Menschen ihre Sünden zu erlassen oder zu behalten. Es ist der Auferstandene selbst, der die Initiative ergreift und Menschen in Bewegung bringt.

Welche Rolle spielt die Gemeinschaft der an Jesus Glaubenden? Ist sie das alles Entscheidende für den Glauben? Wenn es so wäre, dann hätte Thomas, der an diesem Abend nicht dabei war, aufgrund des Zeugnisses seinen Freundinnen und Freunden geglaubt. Aber er braucht die persönliche Begegnung und die persönliche Einladung durch Jesus, dass auch er ihn als seinen „Herrn und Gott“ bezeugen kann.

Vielleicht kann uns diese Geschichte in den Zeiten des Corona-Virus ein Trost sein: Auch wenn wir uns momentan nicht zum sonntäglichen Gemeindegottesdienst in der Kirche versammeln können, ist er es, der uns an jedem Ort begegnet, an dem wir an ihn denken, ob beim Mitfeiern des Fernsehgottesdienstes und oder als Familie, wenn wir eine kleine Hausliturgie feiern. Als Christen ist uns die Gemeinschaft heilig. Schützen wir sie, indem wir physisch auf Abstand bleiben in der Gewissheit, dass in jeder Situation Jesus Christus bei uns ist: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen, an die Sie besonders an die Sie besonders denken, weiterhin eine gesegnete Osterzeit!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

Ostersonntag (Joh 20, 1-18) & Ostermontag (LK 24, 13-35)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Erinnern Sie sich noch an das Osterfest im letzten Jahr? „Der Herr ist auferstanden!“ haben wir in den Gottesdiensten unseren Banknachbarn zum Friedensgruß zugerufen. Und sie oder er hat geantwortet: „Er ist wahrhaft auferstanden!“. Wir haben uns angelächelt und miteinander gelacht. Wir haben den Tod ausgelacht, denn das Leben hat den Tod besiegt! Gott ist stärker als die Macht des Todes! Nach dieser österlichen Erfahrung sehne ich mich. Alles soll doch bitte wieder so sein wie früher.

Aber angesichts des Corona-Virus können und dürfen wir Ostern nicht so feiern wie immer. Können wir trotzdem die schöpferische Kraft Gottes spüren? Die Natur erblüht, die Vögel singen und bauen ihre Nester, die Sonne scheint. Und doch fehlt wohl nicht nur mir die Fröhlichkeit und Leichtigkeit dieses Frühlingsfestes. Wir brauchen Geduld und Zuversicht, bis sich die österlichen Gefühle wieder einstellen.

Geduld und Zuversicht brauchten auch die Jüngerinnen und Jünger nach Jesu Tod.

So beschreibt es Johannes in dem Evangelium, das uns am Ostersonntag (Joh 20, 1-18) verkündet wird. Der Leichnam Jesu liegt in einer Höhle. Maria von Magdala macht sich auf den Weg zum Grab, um dem Verstobenen nahe zu sein. Aber sie findet seinen Leichnam nicht. Das Grab ist leer. Sie läuft zu den Aposteln und erzählt es ihnen. Die Botschaft vom leeren Grab bringt auch Petrus und Johannes in Bewegung. Aber auch sie sehen nur das leere Grab und sind verwirrt, denn: „Sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.“ In dieser Stimmung kehren die Männer ratlos nach Hause zurück. Maria bleibt in dem Garten nahe am Grab und sucht weiter nach ihrem Freund. Sie befragt einen Gärtner und erkennt in ihm den Gesuchten erst, als Jesus sie bei ihrem Namen nennt: „Maria“. Der Auferstandene selbst ergreift die Initiative. Er schickt sie wieder zu seinen Jüngern. Als erste Apostelin erzählt Maria von Magdala den übrigen Aposteln: “Ich habe den Herrn gesehen.“

Am Ostermontag berichtet uns Lukas von einer ähnlichen Erfahrung (LK 24, 13-35): Zwei Jünger sind auf dem Weg von Jerusalem in ihre Heimatstadt Emmaus. Sie sprechen miteinander über den Tod Jesu und über ihre enttäuschten Hoffnungen. Ein dritter Mann kommt dazu und begleitet sie. Als er ihnen die Heilige Schrift erklärt und ihnen das Brot bricht, erkennen sie in ihm den zum Leben Auferstandenen. Sie kehren voll Freude nach Jerusalem zurück und erzählen den anderen Jüngerinnen und Jüngern: „Wir haben den Herrn gesehen!“

Nichts war mehr wie zuvor. Die österlichen Erfahrungen haben alles verändert. Das bezeugen die Schriften des Neuen Testamentes. Bis heute hat die österliche Botschaft nichts von ihrer Leben schaffenden Kraft verloren.

Machen auch wir uns auf die Suche nach der Gegenwart des Auferstandenen. Vielleicht finden wir ihn in einer Begegnung, bei einem Spaziergang, im Gebet. Und wenn wir ihn spüren, dann behalten wir diese österliche Erfahrung nicht für uns, sondern teilen sie mit Anderen: „Der Herr ist auferstanden!“ Und wenn Sie die Antwort erhalten: „Der Herr ist wahrhaft auferstanden!“ kehrt ein wenig von der österlichen Freude zurück, die der Auferstandene uns auch in dieser besonderen Situation schenken will.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen, an die Sie besonders denken, ein gesegnetes Osterfest!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

P.S.: In unseren Kirchen stehen (bis einschließlich Pfingsten im Altarraum) die in der Osternacht gesegneten Osterkerzen. Wenn Sie mögen, können Sie eine von Ihnen mitgebrachte Kerze an ihnen entzünden und Jesus als das „Licht der Welt“ mit nach Hause nehmen.

Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Osternacht

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Ende Februar waren wir uns im Liturgiekreis einig: So werden wir in diesem Jahr Ostern feiern! Doch dann kam das Corona-Virus und wir können und dürfen nicht wie geplant das höchste Fest unseres Glaubens feiern.

Am Gründonnerstag werde ich nicht zwölf Gemeindemitgliedern die Füße waschen und wir werden uns nicht zum Gedächtnis Jesu Christi um den Altar versammeln und ihn nicht in den Gestalten von Brot und Wein empfangen. Stattdessen müssen wir überlegen, wie wir seinen Auftrag in dieser besonderen Situation umsetzen können: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ (Johannes 13, 1-15) Vielleicht durch einen Anruf eines Menschen, der sich nach Gemeinschaft sehnt?

Am Karfreitag werden wir nicht die Passion Jesu nach dem Johannesevangelium (18, 1-19, 42) mit verteilten Rollen in der Kirche hören können und das enthüllte Kreuz nicht in der versammelten Gemeinde verehren können. Stattdessen müssen wir allein, zu zweit oder in der Familie Jesus auf seinem Leidensweg begleiten. Neben vielen anderen Anregungen kann man auch den Kreuzweg aus dem Gotteslob (Nr. 683 und 684) beten.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu. Wie Jona im Bauch des Fisches, so blieb der gekreuzigte Christus im Verlauf eines Sabbats „verschlungen“ im Innern der Erde. Fehlen wird uns dieses Jahr das Osterfeuer, der Einzug mit der entzündeten Osterkerze in die dunkle Kirche und das sich verbreitende Licht, wenn wir unsere kleine Osterkerze entzünden, das Exsultet, das Hören auf die Texte der Bibel, die das heilsvolle Wirken Gottes preisen, die Erneuerung des Taufversprechens und das Besprengtwerden mit dem neu gesegneten Osterwasser. Stattdessen müssen wir zu Hause bleiben.

Feiern wir, durch den Geist Gottes miteinander verbunden, trotz allem diese Osternacht, die so anders ist als sonst. Wir dürfen gewiss sein, dass Gott stärker ist als der Tod. Jesus, der auferstandene Herr, erleuchtet auch unsere als Dunkelheit empfundene Situation in den Zeiten des Corona.

In dieser Zuversicht wünsche ich Ihnen und allen, an die Sie denken, ein gesegnetes Osterfest!
Ihr Pfarrer J. Pawellek

Palmsonntag, Tagesevangelium Matthäus 21, 1-11, Kollekte für „pastorale und soziale Dienste der Kirche im Hl. Land“

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Das Corona-Virus durchkreuzt alle unsere Pläne und Überlegungen, die wir bezüglich des Osterfestes angestellt haben. Die Urlaubsreise ist abgesagt worden, das Ostereiersuchen bei den Großeltern kann nicht stattfinden, der lange verabredete Besuch bei Freunden muss verschoben werden. Wann wird wieder Normalität in unserem Alltag spürbar? Die jetzige Ungewissheit ist schwer auszuhalten. Ein Gefühl der Ohnmacht macht sich breit.

Die Liturgie des Palmsonntags zu Beginn der Karwoche verstärkt auf der einen Seite dieses Empfinden, auf der anderen Seite schenkt sie Trost und Hoffnung. Das Matthäusevangelium (21, 1-11) berichtet uns vom triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Er kommt nicht hoch zu Ross, sondern auf einer Eselin reitend. Menschen schneiden von den Bäumen frische, grüne Zweige und streuen sie auf den Weg, andere breiten ihre Kleider auf dem Weg aus. Sie begrüßen ihn als den versprochenen Messias, als den Sohn Davids mit dem Jubelruf: „Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ Als Jesus aber wegen angeblicher Gotteslästerung angeklagt wird, kippt die Stimmung im Volk und es fordert: „Ans Kreuz mit ihm!“ Auch die Leidensgeschichte (Matthäus 26, 14-27, 66) gehört mit zum Palmsonntag, verbunden mit der Frage, die Pilatus an Jesus stellt: „Bist du der König der Juden?“

Wer ist Jesus für mich? Nur ein guter Mensch, der hingerichtet wurde und unschuldig am Kreuz starb oder doch der Sohn Gottes, der von den Toten auferstanden ist? Wenn wir zu Hause unsere Kreuze mit grünen Zweigen schmücken, geben wir unserer Hoffnung Ausdruck: im Kreuz Jesu Christi ist Heil und Leben.

Ihnen allen wünsche ich einen gesegneten Palmsonntag!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

P.S.: Die heutige Kollekte für „pastorale und soziale Dienste der Kirche im Hl. Land“ können Sie direkt auf folgendes Konto überweisen: „Deutscher Verein vom Heiligen Lande“ bei der Pax-Bank, IBAN: DE13370601932020202010. Herzlichen Dank!

5. Fastensonntag, Tagesevangelium Johannes 11,1–45, Misereor-Kollekte

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Das Corona-Virus bestimmt unser Leben. Nichts ist mehr wie vor zwei Wochen. Der Alltag muss neu organisiert werden: in der Familie, im Beruf, in der Freizeit, in der Kirche. Die Menschen gehen mit dieser Situation unterschiedlich um. Die Einen werden kreativ, entdecken neue Möglichkeiten mit ihren Mitmenschen in Kontakt zu treten, die Anderen fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden wie lebendig begraben.

Das Lesen der Bibel kann uns gerade jetzt eine Hilfe sein. Ich lade Sie ein, einen Blick in das Johannesevangelium zu werfen. (Joh 11, 1-45) Lazarus, ein Freund Jesu ist krank. Seine Schwestern Maria und Marta senden diese Nachricht an Jesus. Er zögert jedoch sofort aufzubrechen. Er lässt sich zwei Tage Zeit. Jesus ist sicher, dass die Krankheit des Lazarus nicht zum Tod führt, sondern dass sie der Verherrlichung Gottes dient. Als Jesus spürt, dass Lazarus tot ist, bricht er nach Betanien auf und als er am Wohnort der Freunde ankommt, liegt Lazarus schon vier Tage tot im Grab, einer Höhle, die mit einem Stein verschlossen ist. Das Entscheidende geschieht in der Begegnung mit den Schwestern des Lazarus. Jesus offenbart sich als der von Gott gesandte Messias: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirb, und jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Und Jesus bestätigt seine Worte indem er den verstorbenen Lazarus aus dem Tod auferweckt. Ihnen allen wünsche ich diesen österlichen Glauben der Maria und der Marta, gute Gesundheit und einen gesegneten 5. Fastensonntag!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

P.S.: Vergessen wir an diesem Sonntag nicht unsere Schwestern und Brüder in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Kollekte, die das Hilfswerk MISEREOR am 5. Fastensonntag von uns erbittet, können Sie direkt an www.misereor.de/fasten-spende oder auf das Spendenkonto von MISEREOR bei der Pax-Bank Aachen, IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC: GENODED1PAX überweisen.

4. Fastensonntag „Laetare!“, Tagesevangelium von der Heilung des Blindgeborenen durch Jesus (Johannes 9, 1-41)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Ich hoffe, es geht Ihnen allen den Umständen entsprechend gut! Das Corona-Virus hat auch unseren Gemeindealltag durcheinander gebracht. Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger wollte am letzten Sonntag über zwanzig Jugendlichen das Sakrament der Firmung spenden. An diesem Sonntag hätten sich die Kommunionfamilien mit der Eucharistie, dem Abendmahl, näher beschäftigt. Acht Kinder sollten mit dem Katechumenenöl gesalbt und so unter die Taufbewerber aufgenommen werden. Die Erwachsenen wollten sich weiter mit den wichtigen Fragen auf dem Synodalen Weg auseinander setzen.

Statt einen großen Gemeindekatechetischen Sonntag mit Hunderten von Menschen zu feiern, sitzen wir nun allein oder mit unserer Familie zu Hause. Aber auch in dieser Situation sind wir nicht allein. Wir sind verbunden mit unserer Gemeinde, wenn wir eine Kerze entzünden, die wir uns aus einer unserer Kirchen geholt haben, und gemeinsam ein Gebet sprechen. Wir sind mit unserem Bischof verbunden, wenn wir über die Homepage des Bistums die Messe mitfeiern. Wir sind verbunden mit allen Christen, wenn wir das Tagesevangelium von der Heilung des Blindgeborenen durch Jesus (Johannes 9, 1-41) lesen.

 Der jetzige 4. Fastensonntag heißt „Laetare!“, „Freut euch!“ Wir dürfen uns darüber freuen, dass Jesus Christus unser Licht ist, das unsere Dunkelheit erhellt, und dass seine Liebe uns die Augen zu öffnen vermag. Er möchte uns Mut machen in unserer jetzigen Situation und lädt uns dazu ein, sein Licht an unsere Mitmenschen weiterzugeben. Vielleicht mit einem Anruf , mit einer E-Mail, einer Postkarte oder einem Brief.

Ihnen allen und Ihren Familien wünsche ich gute Gesundheit und einen gesegneten 4. Fastensonntag!

Ihr Pfarrer J. Pawellek

P.S.: Wenn Sie ein Gespräch wünschen, rufen Sie uns Seelsorger*innen bitte einfach an.

In diesen Tagen besinnen sich viele Menschen in unseren Gemeinden auf den Wert des Zusammenhaltens und der Solidarität. Die Folgen des Corona-Virus treffen auch die MISEREOR-Fastenaktion. Durch die Absage aller Gottesdienste entfällt diese enorm wichtige Sammelaktion. Dabei geht die Arbeit in den Hilfsprojekten weiter. Die dortigen Menschen sind auf unsere Solidarität angewiesen. Daher wenden wir uns heute mit folgender Bitte an Sie: Bitte spenden Sie Ihre Kollekte direkt an MISEREOR. Das geht per www.misereor.de/fasten-spende oder auf das Spendenkonto von MISEREOR bei der Pax-Bank Aachen, IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC: GENODED1PAX. [Misereor/pd]